Qu Yuan lebte zur Zeit der Streitenden Reiche und war vielleicht der erste "patriotische" Poet sowie auch Staatsmann, Diplomat, Reformer und Ideologe. Er gilt als einer der vier bedeutenden Schriftsteller der Zivilisation und ist am bekanntesten für seinen Dichtungsband "Chuci" ("Lieder aus Chu"). Der erste Verweis auf "Qu Yuan" erschien in einem Gedicht aus dem Jahre 174 v. Chr. von Jia Yi, einem Beamten, der vom Han-Hof vertrieben wurde und ein ähnliches Schicksal wie "Qu Yuan" erlitt.
Die Historiker mutmaßen, dass Qu Yuan um das Jahr 339 v. Chr. geboren und um das Jahr 278 v. Chr. gestorben ist, wobei das auf einer irgendwie verwirrenden Biografie des Gelehrten Sima Qian der Han-Dynastie basiert. Laut dieser lebte Qu Yuan im Chu-Königreich, wo er König Huai bei der Regierung half. Als die wiederauflebenden Qin in andere der Streitenden Reiche einfielen, schlug Yuan eine Allianz mit den Qin vor. Doch die eifersüchtigen Minister überzeugten den einfältigen Huai, dass Yuan korrupt sei; ob die Anschuldigungen stimmten oder nicht, Huai schickte Yuan ins Exil. Schon bald wurde Huai von den Qin gefangen genommen und sein noch viel einfältigerer Sohn übernahm den Thron, wenn auch nicht für lange.
Während dieses Exils schrieb Qu Yuan die meisten seiner bekannten Werke: "Li Sao" (Das Klagelied), "Tian Wen" (Fragen zum Himmel), "Jiu Ge" (Neun Lieder) und "Huai Sha" (Umarmung des Sands). Als er hörte, dass die Chu im Qin-Reich aufgegangen waren, stürzte sich am fünften Tag des fünften Lunarmonats (ein verheißungsvolles Datum) ein verzweifelter Yuan mit einem großen Stein an den Füßen in den Fluss Miluo.