Karel Čapek kam im Januar 1890 als Sohn eines böhmischen Landarztes in Malé Svatoňovice (Klein Schwadowitz, damals Österreich-Ungarn, danach Tschechoslowakei, dann von den Deutschen besetzten Slovakischer Staat, und seit 1992 Teil der Tschechischen Republik) zur Welt. Dem väterlichen Beruf zum Trotz war Karel ein kränkliches Kind und litt zeitlebens an Rückenbeschwerden. Vielleicht war sein Schreiben die Kompensation dafür.
In seiner Jugend entdeckte Karel seine Vorliebe für die bildende Kunst und besonders für den Kubismus. Da er auf diesem Gebiet jedoch wenig Talent besaß, widmete er sich mehrere Jahre lang dem Studium der Philosophie in Prag, Berlin und Paris. 1917 begann er, Aufsätze zu umstrittenen Themen wie dem tschechischen Nationalismus, dem ausländischen Totalitarismus und dem zügellosen Materialismus zu verfassen. Es dauerte aber nicht lange, ehe er von Aufsätzen zu Fiktion wechselte. Čapeks literarische Werke befassen sich fast ausnahmslos mit schwierigen philosophischen Themen. So handeln seine ersten Kurzgeschichten von den Bemühungen des Menschen, aus seiner Bestimmung herauszubrechen und "ultimative" Werte zu begreifen.
Am meisten Aufmerksamkeit erregten jedoch Čapeks Geschichten über die "schwarze Utopie", die zeigten, wie ungehemmte wissenschaftliche Entdeckung und technischer Fortschritt den Menschen zur Katastrophe verführen können. So hat in seinem erstmals 1921 aufgeführten Theaterstück R.U.R. die Erschaffung menschenähnlicher Maschinen zur Folge, dass diese "Roboter" (abgeleitet von dem tschechischen Wort für "Zwangsarbeit") die Menschheit beherrschen und sogar auszulöschen drohen.
In den 1930ern produzierte Čapek eine beachtliche Vielfalt an Schriften: Neben seinen dystopischen Werken schrieb er auch Detektivgeschichten, moderne Märchen, humorvolle Garten-Ratgeber, Neuerzählungen von berühmten Personen und Figuren (zum Beispiel Hamlet) und seinen Roman "Der Krieg mit den Molchen". Als er sich jedoch dem Verfassen antifaschistischer Schauspiele zuwandte, machte er sich Feinde und geriet auf die Liste der Tschechen, die "interniert" werden sollten, sobald Deutschland die Tschechoslowakei annektieren würde. Vielleicht war es zu seinem Glück, dass er bereits im Dezember 1938, wenige Monate vor der Invasion und dem Ende der tschechischen Demokratie, verstarb.