Die berühmten Canterbury Tales wurden zwar nie ganz fertiggestellt, gelten aber dennoch als eines der berühmtesten literarischen Werke der Zivilisation. Was wohl beweist, dass man eben doch nicht alles stur zu Ende bringen muss. Der 1340 n. Chr. in eine bürgerliche Londoner Familie geborene Geoffrey Chaucer ging auf die St. John’s Cathedral School und diente ab 1357 der Countess Elizabeth von Ulster, Ehefrau des Duke of Clarence. In seinem jugendlichen Leichtsinn beschloss der junge Geoffrey, in den Hundertjährigen Krieg zu ziehen ... und geriet auch prompt in Gefangenschaft.
Chaucer wurde von König Eduard III. freigekauft und trat in dessen Dienste ein. Er bereiste als diplomatischer Esquire der Krone Frankreich, Italien und Spanien. 1366 ehelichte er Philippa Roet, eine Hofdame der Königin, was seinem Ansehen nicht unbedingt schadete. Nach einigen weiteren diplomatischen Abenteuern in Florenz und Genua im Auftrag des Königs wurde Chaucer zum Zollinspektor ernannt, ein äußerst lukratives Amt. 1385 bat er um Entlassung, blieb jedoch noch einige Jahre im Dienst und war kurzzeitig sogar Parlamentsmitglied. Als Richard II. den Thron bestieg, diente Chaucer zunächst als Aufseher über die königlichen Bauvorhaben und dann als Forstaufseher in den königlichen Wäldern der Grafschaft Somerset. Chaucer starb im Oktober 1400 in Westminster.
Die genaue Datierung von Chaucers Werken - einschließlich "The Legend of Good Women", "Parliament of Foules" sowie "Troilus and Criseyde" - ist nicht ganz klar. In Grunde fragt man sich, wie er bei all seinen Pflichten im Dienst für die Krone überhaupt zum Schreiben kam. Für sein Hauptwerk, die Canterbury Tales, hatte Chaucer 120 satirische, geistreiche Geschichten geplant, was selbst nach heutigen Standards ein ehrgeiziges Ziel ist. Bis zu seinem Tode stellte er 24 davon fertig.