Wenn Organisation und Planung die Hauptzutaten für einen großen Befehlshaber sind, war Dwight David Eisenhower zweifellos einer der größten Kommandanten aller Zeiten.
Eisenhower wurde als dritter von sieben Jungen in Denison, Texas, geboren und schloss im Jahr 1909 die Abilene High School ab. Ohne die nötigen finanziellen Mittel, um an einem normalen College studieren zu können, bewarb er sich 1911 an der Militärakademie West Point, wo er auch genommen wurde. Dort zeichnete er sich eher durch regelwidriges Verhalten als durch besonderen Fleiß aus, seinen Abschluss schaffte er trotzdem. Nach seiner Zeit in West Point erlebte er einige frustrierende und enttäuschende Berufsjahre. Der Erste Weltkrieg endete eine Woche vor seiner geplanten Abreise nach Europa, sodass er sich das Abenteuer dort entgehen lassen musste. Doch als er später unter den Generälen Fox Conner, John J. Pershing und Douglas MacArthur diente, konnte er sein organisatorisches (und politisches) Geschick unter Beweis stellen.
Eisenhower wurde Teil des Generalstabs in Washington, wo er bis Juni 1942 blieb und dabei half, die US-Strategie für den Kampf gegen Deutschland und Japan zu entwickeln. Sein organisatorisches Talent beeindruckte General George Marshall so sehr, dass er Eisenhower zum Oberbefehlshaber der Allied Expeditionary Force in Nordafrika ernannte. Als er es erfolgreich schaffte, den Verwaltungsapparat zu meistern und dabei die Eigeninteressen der Alliierten-Kommandanten im Zaum zu halten, wurde ihm schließlich die Leitung der Operation Overlord anvertraut - den alliierten Angriff auf das von den Nazis besetzte Europa.
Nach dem Krieg war Eisenhower kurzzeitig Präsident der Columbia University, doch mit dem Ausbruch des Koreakrieges nahm er den Posten des Oberkommandierenden der NATO-Streitkräfte an. Nach seiner Rückkehr und Ausflügen in die militärische und akademische Welt betrat er schließlich das noch viel brutalere Neuland der Politik. Er schaffte es 1952 und auch 1956 leicht, den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Adlai Stevenson zu schlagen. Mit Richard Nixon als Vize-Präsident erwies sich Eisenhower als überraschend effektiv und beliebt. Er bewährte sich im Kalten Krieg, begann mit der Reformierung der Bürgerrechte, setzte den "New Deal" fort und glich sogar das Budget aus. Als einer der besseren Präsidenten seit einer Weile ließ er seine Karriere als Leiter des Gettysburg College ausklingen. Er starb schließlich im März 1969.