Ahmad Schah, der "Löwe von Pandjschir", kam 1953 in Bazarak als Sohn einer gut situierten afghanischen Familie auf die Welt. Als er sich 1974 dem Widerstandskrieg gegen die Sowjetunion anschloss, der bis 1989 andauern sollte und in dem er eine maßgebliche Rolle spielen würde, nahm er den Kriegsnamen "Massoud" an. Nach dem Aufstieg der Taliban im Jahr 1996, mit denen er anfänglich kooperierte, um für Stabilität im Land zu sorgen, dann aber ihre fundamentalistische Interpretation des Islams ablehnte, kehrte er zur Armee zurück und formte die "Nationale Islamische Vereinigte Front zur Rettung Afghanistans". Am 9. September 2001, also zwei Tage vor dem Terrorangriff auf die Vereinigten Staaten, wurde er von der al-Qaida ermordet.
Der intelligente, belesene (er sprach fünf Sprachen flüssig) und gläubige Ahmad war Student am Kabuler Polytechnischen Institut für Ingenieurwesen und Architektur und trat nach einer Jugendorganisation schließlich auch der politischen Partei Jamiat-i Islami-ye Afghanistan bei. Es traf ihn sehr, als die Demokratische Volkspartei Afghanistans den Präsidenten, nahe Familienmitglieder und seine Leibwächter in einem gewalttätigen Putsch ermorden ließ und strenge marxistische und leninistische Reformen einführte. Da er daran glaubte, dass ein Aufstand gegen die neue Regierung zahlreiche Anhänger finden würde, formte er im Juli 1979 eine Widerstandsbewegung in Pandjschir. Im Dezember schickte die Sowjetunion schließlich Truppen nach Afghanistan, um die Demokratische Volkspartei zu unterstützen.
Auch wenn die Truppenstärke seiner Mudschahedin anfänglich nur 5.000 betrug, konnte er das in der zerklüfteten Berglandschaft mit Guerilla-Taktiken ausgleichen. Seine wachsenden Truppen überfielen sowjetische Treibstoff- und Nachschubkonvois, feindliche Patrouillen, Militärbasen und Krankenhäuser. Die Angriffe auf die feindliche Infrastruktur zogen Vergeltungsmaßnahmen und sechs blutige sowjetische Offensiven in Pandjschir nach sich. Als sich die Sowjetunion schließlich aus dem Konflikt zurückzog, versank Afghanistan im Bürgerkrieg. Zunächst versuchte Massoud die extremistischen Taliban miteinzubeziehen, die Unterstützung aus Pakistan erhielten. Er hoffte, so für mehr Stabilität im Friedensprozess sorgen zu können ... aber schon bald darauf führte er erneut eine Widerstandsbewegung in den Bergen an. Zu diesem Zeitpunkt galt er international als Sprecher der afghanischen Friedensbewegung. Das war wohl leider auch ein Grund dafür, dass er im Alter von 48 einem Selbstmordattentat zum Opfer fiel.