Ada Lovelace, die im Jahr 1815 auf die Welt kam, war das einzige eheliche Kind des Dichters Lord Byron (der seine Frau einen Monat nach ihrer Geburt verließ). Im Alter von 17 Jahren ging sie eine Freundschaft mit Charles Babbage ein, Professor der Mathematik in Cambridge, die ein Leben lang anhalten sollte. Ihre Beziehung schien rein platonischer Natur gewesen zu sein, denn sie fingen schon bald mit einem regen Schriftverkehr an, in dem es um mathematische und wissenschaftliche Themen aller Art ging. Mit 19 heiratete Ada den 10 Jahre älteren William King und späteren Earl of Lovelace. Zusammen sollten sie drei Kinder haben.
Abgesehen von ihren Kindern war ihre wichtigste Errungenschaft ihr Werk als Übersetzerin von Babbage. Im Jahr 1834 stellte Babbage seinen Entwurf für die analytische Maschine fertig, eine mechanische Rechenmaschine für allgemeine Anwendungen. Als sich das britische Parlament jedoch weigerte, Babbages Maschine zu finanzieren, nachdem es die Entwicklung der Vorgängerversion (die Differenzmaschine) noch gefördert hatte, suchte Babbage ausländische Investoren. 1842 veröffentliche der Italiener Louis Menebrea eine in Französisch verfasste Abhandlung über die analytische Maschine, woraufhin Babbage Ada darum bat, den Text ins Englische zu übersetzen. Neun Monate lang arbeitete sie an der Übersetzung und fügte eine Reihe detaillierter Hinweise hinzu - die am Ende doppelt so umfangreich waren wie der Ausgangstext selbst. Darunter befand sich auch ein Diagramm zur Berechnung der Bernoulli-Zahlen mit Hilfe der Maschine. Dies ist einer der Gründe, warum einige Wissenschaftshistoriker in ihr die erste Programmiererin sehen.
Nach der Veröffentlichung von Lovelaces Arbeit kam es zwischen ihr und Babbage zu einem Zerwürfnis, das aber nicht von langer Dauer war. Bis zu ihrem Krebstod im Alter von 36 Jahren blieb sie für ihn seine "Zahlenzauberin".