Dimitrie Cantemir war so gut wie alles: Schriftsteller, Herrscher, Soldat und natürlich Komponist. Im frühen 18. Jahrhundert war Cantemir der Woiwode – der Vasallen-Statthalter von Moldawien, einem Teilstaat des Osmanischen Reichs, dessen Gebiet mittlerweile zwischen Rumänien und der Republik Moldau aufgeteilt ist. Obwohl Cantemir in Istanbul sehr beliebt war, betrachtete er das Osmanische Reich als einen im Verfall begriffenen Staat und entschied, dass sich Moldawien mit Peter dem Großen von Russland zusammen gegen die herrschenden Osmanen stellen sollte. Als dieses Wagnis in einer Niederlage endete, kehrte Cantemir der Politik den Rücken und begab sich in ein angenehmes Exil. Sowohl die Russen als auch das Heilige Römische Reich sprachen ihm den Status eines Prinzen zu.
Von den Herrscherpflichten befreit wandte sich Dimitrie der Schriftstellerei zu. Zu seinen Werken gehören historische Aufzeichnungen über das Osmanische Reich, Rumänien und Moldawien. Außerdem komponierte Dimitrie Musik und – vor seinem Verrat – transkribierte für den Sultan eine Sammlung aus hunderten von traditionellen osmanischen Musikstücken, vor allem jene für die siebensaitige Saz (Bağlama). Des Weiteren kombinierte er osmanische Musik mit westlichen Stilen und erschuf so eine Mischung, die spätere Musiker erst unter großem Aufwand wiederentdecken sollten. Er starb 1723 und ist heute noch im ehemaligen Moldawien, in der Türkei, Moldau, Rumänien und darüber hinaus bekannt.