Entgegen landläufiger Meinung kam Antonín Leopold Dvořák 1841 nicht in Armut zur Welt. Als Betreiber einer Gaststätte und Metzger war sein Vater kein unbedeutender Mann im kleinen Dorf Nelahozeves in Tschechien. Da er selbst Hobbymusiker war, ermutigte er seinen Sohn, eine musikalische Karriere anzustreben - er schickte ihn in den Violinenunterricht und anschließend auf die angesehene Orgelschule in Prag. Als er im Alter von 18 Jahren jedoch keine Stelle als Orgelspieler fand, arbeitete Antonín als Bratschist in einer Kapelle, die in Kaffeehäusern und auf öffentlichen Plätzen spielte. Ab 1862 spielte er dann im neueröffneten Prager Interimstheater, das später im Opernorchester aufging, in dem Antonín die Stelle als erster Bratschist bekam.
In diesen frühen Jahren, in denen Antonín auch heiratete, begann er, "ernsthafte" Musik zu komponieren: Kammerstücke, Miniaturen, ein Konzert und eine Oper. Er arbeitete hart an der Ausarbeitung seiner Stücke und kombinierte tschechische Folklore mit klassischer Instrumentation. 1875 reichte er eines seiner Werke bei einem Wettbewerb ein, der ihm ein Stipendium der österreichischen Regierung einbrachte (im folgenden Jahrzehnt erhielt er noch drei weitere). Dank einer schicksalshaften Begegnung mit Brahms fand er einen einflussreichen Verleger. 1890 genoss er eine triumphale Reise nach Moskau, wo Tschaikowski zwei seiner Konzerte arrangierte.
Zwei Jahre später nahm er eine Stelle als Direktor des National Conservatory of Music in New York an, wo er 15.000 Dollar jährlich verdiente - 25-mal so viel wie bei seiner Arbeit in Prag. Damit begann seine "amerikanische Schaffensphase", in der er unter anderem die "9. Symphonie", das "Amerikanische Quartett" und die Kantate "The American Flag" komponierte. In Folge der Weltwirtschaftskrise kehrte er 1895 wieder nach Prag zurück, wo er seine letzten Arbeiten komponierte. Er starb im Mai 1904 an einem Schlaganfall.