Ghiyath al-Din Abu'l-Fath Umar ibn Ibrahim Al-Nisaburi al-Khayyami (inzwischen bekannt als Omar-e Chajjam), der im Westen vor allem durch seine "Rubaiyat" berühmt wurde, war in der gesamten islamischen Welt als persischer Mathematiker und Astronom bekannt. Er wurde im Mai 1048 in Nishapur, der seldschukischen Hauptstadt in Chorasan, geboren. In jungen Jahren ging Omar irgendwann nach Balkh (im heutigen Afghanistan) und studierte dort zunächst bei Scheich Mansuri, dann bei dem berühmten Imam Mowaffaq Nishapuri. Nach dem Studium begann er seine wissenschaftliche Karriere mit Abhandlungen zu verschiedenen Themen, insbesondere über die Geometrie und die Theorie der Proportionen. In dieser Zeit entstanden auch weitere einflussreiche Werke über die Algebra, ein Buch über Musik und ein Lehrbuch zu Problemen der Arithmetik. Dabei war er noch keine 25 Jahre alt.
1070 ging Omar-e Chajjam nach Samarkand, wo er die Unterstützung eines prominenten Juristen genoss. So konnte der Universalgelehrte sich der Klassifizierung kubischer Gleichungen widmen, welche seinem berühmtesten Werk, der algebraischen Abhandlung, als Grundlage diente. Seine Erläuterungen zu den "Schwierigkeiten der Axiome aus Euklids 'Elemente'", in denen er mehrere Abschnitte dem fünften Axiom (Parallelenaxiom) widmete, revolutionierten die Geometrie. Er legte damit den ersten Stein für die nichteuklidische Geometrie.
Dank dem Ruf, den er sich erarbeitet hatte, wurde Omar vom seldschukischen Sultan Malik Schah eingeladen, Observationen und Berechnungen vorzunehmen, um den Kalender zu reformieren. Dazu überwachte Chajjam den Bau eines für damalige Verhältnisse hochmodernen Observatoriums und schuf schon bald den Jalali-Kalender. Da er acht von je 33 Jahren zu "Schaltjahren" erklärte, war dieser Kalender präziser als der in Europa verbreitete Julianische Kalender, und so setzte man ihn ab 1079 als offiziellen Kalender des wachsenden Reichs ein. Nachdem der Sultan verstarb, blieb Chajjam bis zu seinem eigenen Tod 1131 als Astrologe am Hof.