Abdus Salam, der im Januar 1926 in Jhang in Britisch-Indien (heute Pakistan) zur Welt kam, war der erste Pakistani und der erste Moslem, der einen Wissenschafts-Nobelpreis gewann; er erhielt diesen für sein Werk in der theoretischen Physik. Sein Vater war Regierungsbeamter im Bildungswesen der Provinz Punjab, er musste also nie hungern, und seine Familie hatte eine lange Tradition an religiösen Gelehrten, und war wohl angesehen. Als Abdus im Alter von 14 Jahren mit dem Fahrrad von Lahore zurückkehrte, nachdem er den höchsten jemals verzeichneten Notendurchschnitt für die Immatrikulation an der Universität des Punjab erzielt hatte, wurde er vom ganzen Dorf gefeiert.
Es versteht sich praktisch von selbst, dass der junge Abdus ein vollständiges Stipendium für die Universität erhielt. Obwohl er sich sehr für Urdu und englische Literatur, sowie vergleichende Religionswissenschaft interessierte, wählte er ein Studium der Mathematik. Im Alter von 20 Jahren schloss er sein Magisterstudium ab und erhielt ein Stipendium für Cambridge. 1950 erhielt er die Anerkennung für den herausragendsten Beitrag, den je ein Wissenschaftler vor dem Erlangen eines Doktortitels zur Physik beigetragen hatte.
Im Jahr 1951 kehrte er nach Pakistan zurück und übernahm dort die Leitung der mathematischen Fakultät der Universität des Punjab. Dort musste er aber erkennen, dass ihm nicht die Möglichkeiten geboten werden konnten, die er brauchte, um seine Forschungen voranzutreiben. Ab dem Jahr 1954 lehrte er in Cambridge, kehrte als Wissenschaftsbotschafter aber noch oft in seine Heimat zurück. So war er von 1961 bis 1971 der wissenschaftliche Chefberater des Präsidenten von Pakistan. Seine Forschungen im Gebiet der theoretischen Elementarteilchenphysik betrieb er 40 Jahre lang. 1979 wurde er dafür zusammen mit dem Wissenschaftler Steven Weinberg mit einem Nobelpreis in Physik für ihre Errungenschaften im Gebiet der elektroschwachen Wechselwirkung ausgezeichnet. Sein ganzes Leben lang war Abdus ein gläubiger Moslem. Er war zweimal verheiratet und Vater von sechs Kindern. Er starb im November 1996.