Albert Einstein, der als das größte Genie des 20. Jahrhundert gilt und wohl der einflussreichste theoretische Physiker aller Zeiten war, hatte eine zügellose Neugier, die schließlich zur Entwicklung der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie führen sollte. Er kam 1879 in Ulm auf die Welt und war im Laufe seiner siebzigjährigen wissenschaftlichen Karriere in vier Ländern tätig.
Einstein wuchs in einer deutschen jüdischen Mittelstandsfamilie auf. Seine Ausbildung begann er an einer katholischen Grundschule und setzte sie dann am Luitpold-Gymnasium in München und an der eidgenössischen polytechnischen Schule in Zürich fort, als seine Familie in die Schweiz zog. 1901 erhielt er sein Diplom, erlangte die Schweizer Staatsangehörigkeit und nahm eine Stelle als technischer Assistent im Schweizer Patentamt an. 1905 stellte er seine Dissertation fertig.
Vielleicht liegt es daran, dass er in seiner ersten Ehe nicht das große Glück fand und ihn seine Arbeit kaum auslastete, dass er gerade in dieser Zeit den Großteil seiner bemerkenswertesten Ideen hatte. Im Jahr 1905, seinem "Wunderjahr", veröffentlichte er vier brillante Abhandlungen in den "Annalen der Physik", der wichtigsten Fachzeitschrift der Physik zu dieser Zeit. Darin beschäftigte er sich mit dem photoelektrischen Effekt, der Brownschen Molekularbewegung, dem Zusammenhang zwischen Materie und Energie (E=mc²) und seiner eigenen "speziellen Relativitätstheorie". 1921 erhielt er den Nobelpreis der Physik - nicht für die gerade erwähnte Theorie, sondern für seine Gesetze des photoelektrischen Effekts.
Von 1914 bis 1933 arbeitete Einstein in Berlin, bis er aus "politischen Gründen" einen Antrag auf Ausbürgerung stellte. Danach emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Während seiner Zeit in Berlin und in den USA versuchte er, seine allgemeine Relativitätstheorie weiter auszuarbeiten und eine Weltformel (den heiligen Gral der Physik) zu entwickeln - leider ohne Erfolg. Seine Position als Professor der theoretischen Physik in Princeton gab er 1945 auf. Zehn Jahre später starb er im selben Ort an einem Aorten-Aneurysma.