Herakles - bekannter unter seinem römischen Namen Herkules - ist der Sohn des Zeus, ein Held, der Stärke und gutes Urteilsvermögen verkörpert. Hera, Zeus' Frau, hasste Herakles dafür, dass er eine Folge einer der vielen Affären des Zeus war, und wollte ihm schaden, wo immer sie konnte. Das begann schon in der Wiege, als Hera Schlangen schickte, um den kleinen Herakles zu töten. Aber der Junge war stark genug, die Schlangen zu bezwingen, und seine Stärke wuchs stetig. Seine Weisheit aber konnte mit seiner körperlichen Kraft nicht mithalten: Herakles erschlug seinen Musiklehrer mit einer Leier, warf einen engen Freund (dessen Vater er ebenfalls umbrachte) über eine Mauer, stieß den Herold Lichas ins Meer und, am tragischsten, tötete seine eigenen Kinder.
Letzteres tat er in einen Anfall von Wahnsinn, als er erneut von Hera verflucht war. Um für dieses Verbrechen zu büßen, erfüllte Herakles seine berühmten Aufgaben: Er erlegte einen monströsen Löwen (dessen Fell er später trug). Er besiegte die Hydra, eine vielköpfige Schlange mit Gift als Blut, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue nachwuchsen. Er stahl den Gürtel der Amazonenkönigin Hippolyta, tötete eine Reihe weiterer Bestien, raubte Nutztiere, putzte Ställe aus und so weiter.
Herakles' Geschichte endet tragisch. Als ein Zentaur versucht, seine Frau zu entführen, erschießt Herakles ihn mit einem Pfeil, der in das giftige Blut der Hydra getaucht war. Als der Zentaur stirbt, flüstert er Herakles' Frau ins Ohr, dass seine Tunika, da sie mit lüsternem Zentaurenblut getränkt ist, Herakles dazu bringen würde, sie noch stärker zu lieben. Sie bringt ihn dazu, sie anzuziehen, und Herakles stirbt grausam durch das Gift. Was uns lehrt, dass man auf keinen Fall ein Hemd tragen sollte, wenn man die Figur eines griechischen Gottes hat.
Herakles hatte nach seinem Tod noch eine lange Karriere. Die Geschichte eines tragisch gestorbenen Helden, Sohn eines obersten Gottes, war im Mittelmeerraum zur Römerzeit sehr anziehend, so erlangte Herkules eine große Anhängerschaft. Selbst in Indien haben von den Griechen inspirierte Gandhara-Bildhauer Vajrapani, den Beschützer Buddhas, als Herkules mit seiner typischen Keule und dem Löwenfell dargestellt.