Wie viele natürliche Formationen gibt es wohl, die im Schöpfungsmythos einer Nation eine Rolle spielen? Der vietnamesischen Legende nach sollen die Götter Jade und Gold speiende Drachen geschickt haben, die die felsigen Inseln in der Bucht und mit ihnen eine Abwehr gegen frühe chinesische Invasoren schufen. Ihr Name bedeutet sogar grob übersetzt "herabsteigende Drachen" oder "Drachen, die ins Meer herabsteigen".
Der Name Halong-Bucht bezeichnet eine Ansammlung von Karstinseln - natürliche Formationen aus Kalkstein, die über Millionen von Jahren durch Erosion geformt, zerklüftet und mit Türmen und Höhlen versehen wurden. Wer sie heute sehen und erkunden möchte, besichtigt ein Areal von rund 1.600 Kalkstein-Inseln und Höhlen, die sich über 120 km der modernen Küste Vietnams erstrecken.
Bereits 16000 v. Chr. lebten dort frühe Fischerstämme und im Laufe der Geschichte diente die Bucht häufig als natürliches Bollwerk zum Schutz vor Invasoren. 1288 kam es dort zu einer Niederlage der Mongolen, als der vietnamesische General Tran Hung Dao die mongolischen Schiffe auf Stahlspitzen auflaufen ließ, und ihrem Vordringen Einhalt gebot.
Im Jahr 2000 wurde die Halong-Bucht zum UNESCO-Welterbe erklärt.