Der englische Begriff "Warlord" (Kriegsherr) ist von relativ moderner Prägung (er wurde erstmals in den 1850er Jahren verwendet), aber das Konzept eines militärischen Anführers einer Zivilisation mit übergroßer Macht ist schon uralt. Vergleichbare Begriffe wie das lateinische "Dux Bellorum" (der Wortstamm des englischen Adelstitels "Duke") oder das chinesische "Jūnfá" aus dem 20. Jahrhundert tauchen unabhängig voneinander mehrfach in der Geschichte auf und sind untrennbar mit dem Konzept eines militärischen Anführers verbunden, dessen realer Machteinfluss den seiner offiziellen Oberhäupter übersteigt. Auch wenn der König regiert, so herrscht doch oft ein anderer.
Ein erfolgreicher Kriegsherr macht seine Erfolge auf dem Schlachtfeld zu politischem Kapital und so lassen sich in der Geschichte viele erfolgreiche Warlords finden, die Monumente zu ihrem Ruhm errichteten (wie zum Beispiel die Trajansäule), bestehende Monumente änderten (wie die Nadeln der Kleopatra, deren Geschichte ebenso interessant wie ihr Name irreführend ist), Hagiografen bei sich hatten (wie es Alexander der Große tat), oder sich selbst mit einem Hof von Gefolgsleuten umgaben (wie zum Beispiel Cáo Cāo, der Gründer der Wei-Dynastie). Manchmal wurden auch Gebäude errichtet, in denen der jeweilige Kriegsherr seine militärischen und politischen Feldzüge planen und sich mit seinen engsten Beratern treffen konnte (natürlich nur zum Wohle des Staates).