Traubenkartätschen, die erstmals in den Hussitenkriegen in Kanonen und "Handkanonen" (klobige Pistolen) verwendet wurden, erwiesen sich als äußerst effektiv gegen gegnerische Infanterie. Als Traubenkartätsche bezeichnet man eine Masse an kleinen Metall- (oder sogar Stein-) Kugeln, die dicht verpackt ins Kanonenrohr gesteckt wurden. Wenn sie abgefeuert wurden, breiteten sich die Metallkugeln wie Schrotmunition aus, allerdings mit weitaus tödlicherer Wirkung. Dies war neu in der Kriegsführung, da die alte Artillerie einfach nicht in der Lage für diese Art Vorgang war. Auf See wurde die Traubenkartätsche verwendet, um die Decks gegnerischer Schiffe von Feinden zu räumen, auch wenn dies weniger effektiv war als auf eine dichte Formation weicher Ziele im offenen Raum zu schießen. Im Laufe der Zeit wurden die Kugeln nicht mehr einfach nur in das Kanonenrohr gestopft, sondern dicht in spezielle Kanister verpackt, die beim Abfeuern aufbrachen.