Akkad war einst die Hauptstadt eines mächtigen Reiches, das sich über ganz Mesopotamien erstreckte. Durch literarische und archäologische Quellen wissen wir, dass es die Stadt gab, aber niemand weiß, wo sie genau lag.
Irgendwann vor dem dritten Jahrtausend v. Chr. gab es am Westufer des Euphrat, ganz in der Nähe einer Biegung des Tigris, nördlich des alten Sumer eine Stadt. Die Bevölkerung war semitisch und betete das frühe semitische Pantheon an. Akkad wurde im Jahr 2334 v. Chr. von König Sargon entweder gegründet oder wieder aufgebaut. So oder so hat er Akkad den Weg zur Vorherrschaft in der Region gebahnt, indem er die Sumerer besiegte und über eines der ersten ethnisch vielfältigen und mehrsprachigen Reiche der Welt herrschte. Zur Blütezeit regierten die Akkader entweder direkt oder als Lehnsherren über die alten sumerischen Stadtstaaten, die Elamiter, die Proto-Assyrer und über Gebiete im modernen Syrien.
Archäologen sind der Meinung, dass auf Sargon im Akkadischen Reich sechs Könige und eine herrscherlose Phase folgten. Siegmonumente wurden zu Ehren Sargons und der anderen Könige (vor allem Naram-Sin) errichtet, auch wenn diese in manchen Fällen später von Eroberern der Akkader als Kriegsbeute in andere Städte verschleppt wurden.
Die Akkader sind eines der frühesten Beispiele städtischer Strukturen, formell organisierten Staatsdienstes, offizieller Korrespondenz (Akkader haben möglicherweise mit ihren Hüllen für die Keilschrift-Tafeln die ersten Briefumschläge erfunden) und internationalen Handels in Form von Silber und Lapis als "diplomatische Geschenke". Sie verwendeten die Keilschrift, um ihre eigene Sprache niederzuschreiben, die schließlich selbst in den alten sumerischen Gebieten die dortigen Sprachen verdrängte. Das älteste Gedicht, von dem man weiß, wer es verfasst hat, ist eine akkadische Sammlung von Hymnen, die von der Priesterin und Prinzessin En-hedu-anna, der Tochter des mächtigen Sargon, stammen.
Der Niedergang Akkads als regionale Macht wurde von einer Klimaveränderung begleitet, die auch das Alte Reich in Ägypten und die Zivilisation des Indus-Tals stürzte. Mesopotamien wurde trockener, was dazu führte, dass die Landwirtschaft die großen Bevölkerungen der Städte nicht mehr versorgen konnte. Spätere Völker schoben den Fall Akkads auf die Plünderung des heiligen Enlil-Tempels in Nippur durch König Nara-Sin, weswegen die Götter ihre lästerlichen Nachfolger angeblich verlassen hätten.
Obwohl die Chronologie und die Leistungen Akkads in archäologischen Quellen dokumentiert wurden, konnte die genaue Lage niemals zweifelsfrei festgestellt werden. Man wird sehen, ob die geografischen Archive des Zweistromlandes ihre Geheimnisse irgendwann freigeben werden.