Die Stadt Istanbul (oder Konstantinopel oder Byzanz) war schon die Heimat vieler Völker, auch wenn sie für ihre Rolle als Hauptstadt des Byzantinischen Reiches und der Osmanenreiche wohl am bekanntesten ist. Sie war auch schon die Heimat vieler Glaubensrichtungen, darunter natürlich die orthodoxe christliche Kirche und der Islam. Nichts verkörpert die wechselhafte Geschichte der Stadt besser als die Kuppel der berühmten Hagia Sophia ("heilige Weisheit"). Sie wurde 530 n. Chr. als Basilika des Patriarchen der griechisch-orthodoxen Kirche errichtet und dient den Gottgläubigen nun schon seit fast 1500 Jahren. 1453, als Konstantinopel von den Osmanen erobert und umbenannt wurde, baute man die Hagia Sophia in eine Moschee um. Der reich verzierte und erhabene Bau besteht aus Stein und Marmor und wird von einer goldenen Kuppel bedeckt, die einen Durchmesser von 30 Metern hat. Die muslimischen Herrscher fügten vier Minarette hinzu. Der Bau hat bereits mehrere Erdbeben, Feuer, Aufstände, Plünderungen (wie beim 4. Kreuzzug) und ein Massaker überstanden (bei der Eroberung durch die Osmanen wurden die Alten und Schwachen, die in der Kirche Schutz gesucht hatten, niedergemetzelt). Heute dient die Hagia Sophia als Museum und bleibt eines der beeindruckendsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte.