Die Alhambra war ursprünglich eine kleine Festung, die ca. 890 n. Chr. von den Mauren in Granada im spanischen Andalusien erbaut wurde. Im 11. Jahrhundert wurde sie unter Emir Mohammed ben Al-Ahmar neu aufgebaut und erweitert und 1333 von Sultan Yusuf I. erneut vergrößert und zu einem Herrschaftssitz umgebaut. Die Al-hamra ("die Rote") erhielt ihren Namen durch die rote Farbe der Festungsmauern und war - gemessen an den europäischen Standards dieser Zeit - prächtig ausgestattet. Sie bot jeden erdenklichen Komfort und verfügte sogar über ein Wasserleitungssystem. Die Alhambra verband die natürliche Schönheit ihrer Lage mit Bauwerken und Gärten, die von den besten muslimischen, jüdischen und christlichen Handwerkern und Künstlern der Region gestaltet und ausgestattet wurden. Zu den beeindruckendsten Merkmalen gehören sicher die zahllosen arabischen Inschriften an Wänden und Säulen, die Gedichte und Verse aus dem Koran darstellen. Mohammed XII., der letzte Sultan der Nasriden-Dynastie, überließ Granada 1492 den Spaniern, ohne dass die Alhambra von den Belagerern angegriffen werden musste. Sonst wäre von ihr wohl auch nur ein Trümmerhaufen übriggeblieben, der an einen einst prachtvollen Palast erinnert hätte.