Francis Scott Fitzgerald wurde 1896 geboren. Sein Vater stammte aus aristokratischen Kreisen in Maryland (seine Familie reichte bis zum Verfasser der amerikanischen Nationalhymne zurück) und seine Mutter stammte aus einer erfolgreichen Familie irischer Einwanderer. Fitzgerald besuchte katholische Privatschulen und wurde zu Princeton zugelassen, wo er nach anfänglichen Erfolgen im literarischen und sozialen Bereich die meisten Studieninhalte einfach ignorierte und fast verwiesen worden wäre. Schließlich verließ er die Universität, ging 1917 zur Armee und schrieb seinen ersten Roman, der zuerst vom Verleger abgelehnt, später dann aber doch aufgelegt wurde. 1918 war er in Montgomery, Alabama, stationiert und traf dort die aus Montgomery stammende Schönheit Zelda Sayre. Nach einer stürmischen Verlobungszeit heirateten die beiden 1920, als auch Fitzgeralds erster Roman "Diesseits vom Paradies" veröffentlicht wurde.
Fitzgerald traf mit seinen Romanen genau den Zeitgeist der Goldenen Zwanzigerjahre und der amerikanischen Jazz-Zeit und "Der Große Gatsby" ist dafür sicherlich das bekannteste Beispiel. Seine Helden und Heldinnen sind junge Idealisten, die zur feinen Gesellschaft gehören und sich ihrer Freizeit widmen. Sie umgibt eine Aura der bevorstehenden Katastrophe, der drohenden Desillusionierung und der Angst davor, die eigene Schönheit an das Alter zu verlieren. Der Geist des gerade erst beendeten Ersten Weltkriegs ist noch deutlich spürbar. Der Krieg hatte der alten Ordnung und den alten Moralvorstellungen ein Ende gesetzt, doch oft fehlte eine echte Vorstellung davon, was nun folgen sollte. Das Leben von Scott und Zelda Fitzgerald ist in vielerlei Hinsicht beispielhaft für diese Aspekte. Das Paar war prominent und fest in der öffentlichen Szene verankert und oft wurden Scott Fitzgeralds Trinkgewohnheiten (und ihre Konsequenzen) genau so heftig diskutiert wie die Geschichten, die er schrieb. Fitzgerald schrieb und trank, stritt mit Zelda und trank, veröffentlichte Geschichten und Artikel in Magazinen und trank und zog nach Europa und trank. Gegen Ende der 1920er Jahre verschlechterte sich Zelda Fitzgeralds psychischer Zustand und sie verbrachte den Rest ihres Lebens in Anstalten. Scott Fitzgerald zog irgendwann nach Hollywood und arbeitete dort als Drehbuchautor, um seine enormen Schulden zurückzuzahlen. Er geriet immer mehr in Vergessenheit und starb schließlich 1940 im Alter von nur 44 Jahren.
Sein literarisches Ansehen sollte sich in den Jahrzehnten nach seinem Tod dramatisch verbessern. Heute zählen seine Romane zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne. Keinem anderen Schriftsteller gelang es, den berauschenden Glamour dieser Epoche so präzise einzufangen. Und vielleicht verkörperte auch kein tragisches Ende die nicht eingelösten Versprechen der Goldenen Zwanziger so sehr wie das von F. Scott Fitzgerald.